Die abstrakten Werkgruppen, in denen Rückgriff auf traditionelle japanische wie europäische geprägte Techniken sichtbar wird, möchten nichts über sich hinaus erzählen, sondern einfach nur sein. In diesen Werken untersucht die Künstlerin statt inhaltliche eher formale Fragen, die sich ihr sowohl in den Zeichnungen wie auch in den Papiercollagen stellen: Hierzu gehören beispielsweise das Gleichgewicht von Kräften und Harmonien oder Probleme von Leichtigkeit und Schwere. Aber auch immer wieder die Freiheit des künstlerischen Spiels, der sich die Künstlerin trotz aller formalen Strenge verschreibt: Tuscheflecken tropfen auf parallele Linienbündel; Transparentpapier züchtigt ein dichtes, lautes Schwarz; Blattfragmente werden zu Paarbeziehungen arrangiert, entziehen sich aber de facto der Verschmelzung; Grenzen zwischen Bild und Bildträger werden überschritten.
Mann kann in den Zeichnungen diesen scheinbar so zufällig oder flüchtig hingeworfenen Tuscheklecksen gar nicht genug Beachtung schenken, da sie wichtige gestalterische Aufgabe innerhalb der Komposition erfüllen. So geben sie dem Zeichnerischen beispielsweise einen malerischen Impuls und kaum Etwas vermag so stimulierend auf die Fantasie zu wirken, wie der Fleck.

Auszug aus der Eröffnungsrede von Doris Hensch (Kunsthistorikerin, Bergisch Gladbach) in der Kleinen Rathausgalerie in Odenthal am 29. 2. 2008, anlässlich der Ausstellung „Papiercollagen und Zeichnungen“

 

Ob Scherenschnitt oder Zeichnung, ob farbig oder farblich reduziert: Papier steht bei Yoko Suzuki-Kämmerer im Zentrum. Mit ihren künstlerischen Mitteln geht sie sparsam um, sie entwickelt eine schlichte und zugleich ausdrucksstarke Formensprache. Auf wenige Linien beschränkt sie sich in ihren Frauenakten, die sie mit dem Messer ins Papier geschnitten hat: in ein gestreiftes Geschenkpapier, ein Papier mit Flaschenkorken als Bildmotiv oder ein blau-grünes Papier mit japanischen Schriftzeichen. Jedes Mal entsteht ein neuer Zusammenhang und ein besonderer Reiz.

Auszug der Rezension von Tomas Rausch in der Kölner Stadt-Anzeiger am 27. 4. 2006
zur Ausstellung „Brüche und Synthese“ im Kreishaus, Bergisch Gladbach, 2006